Täsch hält den Spitzenplatz mit deutlichem Abstand. Der Ausländeranteil von 68.2% liegt weit vor St. Moritz und Zermatt. Etwas weiter unten teilen sich Kreuzlingen und Chavannes-près-Renens mit 57.7% den vierten Platz. Schaut man sich die gesamten Top 10 an, verteilen sich die Postleitzahlen auf das Wallis, Graubünden, den Thurgau, die Waadt, das Tessin, den Aargau und St. Gallen. Es sind also keineswegs nur die grossen Städte, die Expats anziehen.

Vielmehr zeigt sich eine Mischung aus drei unterschiedlichen Umfeldern. Da sind die klassischen Alpenorte: Täsch, St. Moritz, Zermatt und Champfèr. Dann gibt es Grenzstädte wie Kreuzlingen und St. Margrethen SG. Und schliesslich Orte wie Chavannes-près-Renens und Neuenhof – typische Pendlergemeinden, die an grössere städtische Arbeitsmärkte angebunden sind. Nimmt man noch Paradiso und Rorschach hinzu, wird das Bild noch facettenreicher.

View of Geneva.jpg.Der Kontext ist entscheidend
Ein hoher Prozentwert misst hier einzig und allein die Passdaten. Er sagt nichts darüber aus, wo jemand aufgewachsen ist, welche Sprachen gesprochen werden oder wie das Zusammenleben im Quartier funktioniert.
Auch die Grösse der Gemeinde verzerrt das Bild. Täsch wirkt mit 68.2% zwar extrem, aber diese Zahl bezieht sich auf lediglich 1.582 Einwohner. Vergleicht man das mit Kreuzlingen, stehen 57.7% für eine viel grössere Basis von 23.758 Menschen. Die Prozentzahlen mögen ähnlich aussehen, die absoluten Zahlen sind jedoch völlig andere.
Wer dieses Ranking als einfache Liste der "internationalsten Orte" liest, verfehlt den Kern. Eigentlich handelt es sich um eine Strukturkarte der Schweizer Wirtschaft. Sie zeigt ziemlich genau, wo grenzüberschreitendes Pendeln, saisonaler Tourismus und das Recruiting internationaler Firmen auf den lokalen Wohnungsmarkt treffen.






