Wo die Abweichung wirklich auftaucht
Schaut man genauer auf die Daten, wird die Überlappung von Postleitzahlen und Verwaltungsgrenzen genau dort chaotisch, wo man es erwarten würde. Es passiert meistens dann, wenn ein postalisches Zustellgebiet über Siedlungsränder, langgezogene Talabschnitte oder Weiler verläuft, die sich nicht um historische Grenzen scheren.
Nehmen wir 1008 Prilly als klassisches Beispiel. Das ist ein lupenreiner 50/50-Split zwischen Prilly und Jouxtens-Mézery. Dann gibt es Fälle wie 1040 Echallens, was faktisch eine Drittelung darstellt. 6110 Wolhusen zeigt das typische Tal-Szenario: Eine dominierende Gemeinde mit 75.4%, die jedoch Ausläufer nach Werthenstein, Ruswil und Menznau zieht. Und schliesslich gibt es 1148 Chavannes-le-Veyron: Mit 97.5% fast eine saubere Sache, aber eben mit genug kleinen Restanteilen, um technisch als Split zu gelten.

Das ist kein Datenfehler. Die Routen der Post folgen der Zustellungslogik und nicht den Linien, die vor Jahrhunderten auf Karten gezogen wurden. Deshalb sieht man das nicht nur in dichten Städten, sondern auch auf dem Land, wo Nachbardörfer über die Jahre zusammengewachsen sind.
Was das in der Praxis bedeutet
Für die meisten Menschen wird diese Unterscheidung erst spürbar, wenn die Steuerrechnung ins Haus flattert. Steuerfüsse hängen exakt an der Gemeinde Ihrer Adresse, nicht am Namen der Postleitzahl. Wenn Sie Statistiken abrufen oder einen Umzug planen, liefert Ihnen der Ortsname der PLZ nur eine grobe Orientierung. Wer es genau wissen will, muss zwingend die Postleitzahl und die dazugehörigen Gemeindeanteile nebeneinanderlegen.







